Station Nr. 05 St. Michael mit TurmfalkenAm Kirchturm der evangelischen Pfarrkirche St. Michael, neben den Zifferblättern der Turmuhr, residieren Turmfalken. In unmittelbarer Nähe zu Tauben und Dohlen ziehen sie Jahr für Jahr ihre Jungen auf. Doch die „Nachbarn“ haben von den wendigen Greifen wenig zu befürchten, da sie als Beute deutlich zu groß sind. Die Falken bevorzugen Nahrung in der Größenordnung von Amseln, Mäusen oder Heuschrecken. Bereits im 14. Jahrhundert wurde St. Michael erstmals als einfache Saalkirche erwähnt. Die evangelische Stadtpfarrkirche lässt trotz ihrer barocken Ausformungen ihre gotischen Ursprünge erkennen. Nicht weniger als 14 Altäre soll dieses Bauwerk im Mittelalter beheimatet haben. Im Laufe der Zeit wechselte die Kirche einige Male die Konfessionszugehörigkeit. 1663, nach dem 30jährigen Krieg, beschloss man, die Pfarrkirche St. Michael beiden Konfessionen zu öffnen. Das Simultaneum bestand bis 1900 - in diesem Jahr wurde die katholische Stadtpfarrkirche St. Josef eingeweiht. Der Turm der Michaelskirche stürzte im Jahre 1759 ein, dabei fanden Türmer und zwei Gesellen den Tod. Zwei Jahre später wurde der Turm in seiner heutigen Form erneut aufgebaut. Gern gesehene Gäste auf dem Turm von St. Michael sind die Turmfalken (Falco tinnunculus). Unterhalb der Zwiebelspitze, in einer kleinen ovalen Nische, zieht jährlich ein Pärchen seine Brut auf. Die Vögel haben eine wunderschöne rotbraune Färbung mit schwarzer Querwellung, wobei sich das Männchen durch seinen grauen Kopf und Schwanz leicht vom Weibchen unterscheiden lässt. Turmfalken ernähren sich hauptsächlich von Mäusen und anderen kleinen Wirbeltieren, die sie vorwiegend am Boden schlagen. Die wendigen Jäger sind aber auch in der Lage, kleinere Vögel im Flug zu erbeuten. An Sommertagen hört man oft die schrillen, charakteristischen Rufe der Falken über den Dächern der Altstadt. Der Turmfalke ist unser häufigster Falke. Man sieht ihn im offenen Gelände rüttelnd über einer bestimmen Stelle stehen und dann mit angelegten Schwingen hinabstoßen, um Beute zu schlagen. Ursprünglich bewohnte er offene Landschaften mit einzelnen Baumgruppen und Waldränder. Heute brüten die Vögel auch in Ruinen, hohen Gebäuden oder Fabrik- und Kirchtürmen. Als Nistplätze dienen ihnen Felsnischen, Mauerlöcher und verlassene Krähennester. Auch Nistkästen werden gern angenommen. Die Turmfalken selbst bauen kein Nest. Die rotbraunen Eier werden auf dem Boden des Nistplatzes abgelegt. Historische Gebäude bieten oftmals Brutplätze und Quartiere für eine Vielzahl von Arten, die es zu erhalten und zu schützen gilt. In den ausladenden Dachstühlen finden sich meist Ritzen und Löcher, durch die Fledermäuse schlüpfen können. Mauernischen, -spalten und Erker bieten Dohlen, Krähen, Mauerseglern und Falken Nistmöglichkeit. Selbst bei umfassenden Renovierungsarbeiten bieten sich in den meisten Fällen Lösungsmöglichkeiten an, die den Ansprüchen von Mensch und Wildtier gerecht werden. So wurden bei der letzten Komplettsanierung des Kirchturms von St. Michael die Bauzeiten so gelegt, daß sie nicht in die Turmfalkenbrutzeit fielen. Zudem wurden spezielle Flugschneisen für Vögel und Fledermäuse in den Gerüsten und Schutznetzen frei gelassen. |
||||
|
Top |
Suche |
E-Mail-Zugang |
Impressum |
Stadt Weiden i.d.OPf. |
Links
© Stadt Weiden in der Oberpfalz. Alle Rechte vorbehalten.. | ||||