Der Eine-Welt-Laden in der Braunmühlstraße 9 bietet Lebensmittel und andere Waren zum Verkauf, die ohne Zwischenhandel und Gewinnabschöpfung von Produzenten aus Entwicklungs- oder Schwellenländern angebaut bzw. gefertigt werden. Viele Produkte sind nicht nur ökologisch korrekt hergestellt, sondern zeichnen sich auch durch besondere Qualität und Kunstfertigkeit aus. Ein Besuch eröffnet Einblicke in die vielfältige Produktpalette und hält weitere Informationen über die Herkunftsländer bereit. Der Laden gehört zum „Verein Solidarität in der Einen Welt e. V. Regensburg“ und ist ein Fachgeschäft für den fairen Handel. In der heutigen Welt betrifft alle alles. Václav Havel Fairer Welthandel Doch was versteht man unter fairem Handel? Die Idee entstand durch den Blick auf die Wirtschaftbeziehungen zwischen Nord und Süd. Sinkende Erlöse für die Produzenten/innen, steigende Auslandsverschuldung und Raubbau an der Natur prägen die Situation in vielen Ländern des Südens. Ein gerechter Warenhandel, der auf Partnerschaft beruht, eröffnet benachteiligten Produzentengruppen in aller Welt bessere Entwicklungschancen. Langfristige Handelsbeziehungen, Beratung bei Produktion und Vermarktung, Ausschluss von Zwischenhandel, höhere Preise für die Produkte und Transparenz kennzeichnen den Handel.
Importorganisationen des fairen Handels nehmen Lebensmittel, Handwerksartikel und andere Waren von den Produzentengruppen ab und vertreiben diese in Deutschland. Ziele sind ein besserer Marktzugang und eine Stärkung der Organisationen der Produzenten. Der Handel dient nicht der Gewinnerwirtschaftung. Jeder Verkauf kommt direkt den Produzentengruppen zugute; die Einnahmen werden für soziale und politische Aufgaben verwendet. Der faire Handel stößt eine zukunftsfähige Entwicklung an. Importorganisationen treten für Änderungen in den Regeln und Praktiken des konventionellen Welthandels ein. Neben sozialen Zielen werden zunehmend ökologische Kriterien erfüllt, so dass fairer Handel auch in diesem Bereich oft Pionierarbeit leistet. Insgesamt stärkt der faire Handel die Produzenten/innen, indem er nicht nur die Produktionskosten deckt, sondern ihnen ein angemessenes Einkommen unter langfristigen und verlässlichen Geschäftsbedingungen sichert. Er fördert darüber hinaus ökologischen Landbau und soziale Projekte. Weltläden, von denen es in Deutschland etwa 800 gibt, sind die Basis des fairen Handels vor Ort. Sie verkaufen nur fair gehandelte Waren, arbeiten meist ehrenamtlich und nie gewinnorientiert. Hier gibt es längst nicht mehr nur Kaffee und Tee, sondern eine Vielfalt von Lebensmitteln aus aller Welt, dabei immer mehr Waren aus ökologischem Anbau und natürlicher Verarbeitung, sowie individuell angefertigte Handwerks- und Geschenkartikel, die kulturelle Identität mit hoher Qualität verbinden. Der Dachverband der Weltläden initiiert Kampagnen für einen gerechten Welthandel. Durch Informations- und Bildungsarbeit wird dazu beigetragen, die Idee des fairen Handels auszuweiten.
Links:
www.fairtrade.de
www.fairer-handel-regensburg.de
www.transfair.org
www.misereor.de
www.gepa3.de
Irmgard Schrott, Sieglinde Plödt, Friedrich Zeiß