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Station Nr. 14.2 Erlebnis -Schulhof am Beispiel der Clausnitzerschule

Die meisten Schulhöfe weisen einen ausgeprägten Kasernenhofcharakter auf. Sie sind in der Regel asphaltiert oder zugepflastert; öde und ohne Struktur. Dass es auch anders geht, zeigen sog. Natur-Erlebnis-Schulhöfe. Sie sind aber heute immer noch eine Ausnahmeerscheinung.

 

Den Nutzungsansprüchen von Kindern und Jugendlichen wird die bisherige Schulhofgestaltung, ob nur befestigt oder in der herkömmlichen Art nur ästhetisch schön, nicht gerecht. Die Kreativität der Kinder und Jugendlichen wird vernachlässigt.

 

Natur-Erlebnis-Schulhöfe sind an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientierte Freiräume.

 

- Wichtig ist eine großflächige Entsiegelung des Schulgeländes.

- Die Beteiligung der Schüler und Lehrer, evtl. auch der Eltern bei Planung, Bau und Pflege ist ein pädagogisches Muss.

 

Durch die Kooperation von Lehrern, Schülern, Eltern und Planern liegen die Kosten für eine Umgestaltung bei 50% im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen.

 

Von der Idee zum Projekt:

 

Damit die Umsetzung dieses Projekts "Natur-Erlebnis-Schulhof" gelingt, sind einige Grundsätze zu beachten:

 

1. Die Kinder bzw. Jugendlichen sind an der Planung, am Bau und der späteren Pflege zu beteiligen. Dadurch wird die Akzeptanz bei den Schülern erhöht und dem Vandalismus vorgebeugt.

2. Die Organisation übernimmt eine Arbeitsgruppe (Lehrer, Eltern und Planer):

- Finanzierung sichern (Sponsoren, Kooperationspartner),

- Erstellen eines Zeitplans,

- Arbeitsaufteilung und -abläufe (Vergabe externer Arbeiten) organisieren,

- Sicherheitsfragen klären (Abnahme durch den GUV erforderlich),

- Bauaufsicht,

- Materialbeschaffung,

- Bereitstellung von Arbeitsgeräten,

- Pflegekonzept erstellen und -einsätze organisieren.

3. Das Schulgelände sollte in vier Nutzungsräume aufgeteilt werden:

- Ruhe,

- Natur,

- Kreativität,

- Spiel.

4. Öffentlichkeitsarbeit:

- fördert Akzeptanz und Interesse in der Bevölkerung,

- bringt finanzielle Unterstützung,

- liefert Sachleistungen.

 

Die Kosten einer Umgestaltung in einen Natur-Erlebnis-Schulhof sind wesentlich geringer als bei herkömmlichen Asphalt- oder Pflasterwüsten durch die aktive Beteiligung von Eltern und Schülern. Teure Folgekosten durch Vandalismus, wie sie in konventionellen Schulhöfen an der Tagesordnung sind, entfallen weitestgehend.

 

Ein Klassenzimmer im Freien

 

- Praktischer Lernstoff und Anschauungsmaterial sind vor Ort verfügbar.

- Ein Natur-Erlebnis-Schulhof bietet viele Lernanreize:

--

Bastelmaterial,

-- Unterricht im Freien,

-- Beobachten und Bestimmen von Pflanzen und Tieren.

 

Ökologisch und pädagogisch wertvoller Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze

 

In einem Natur-Erlebnis-Raum können viele ökologisch wertvolle Bausteine enthalten sein:

- Heimische Pflanzenwelt (Bäume, Sträucher, Hecken, Kletterpflanzen, Wiesenflora und Ruderalvegetation),

- Trockenmauern (Sitzmauer, Amphibienunterschlupf),

- Wasser-Lebensraum (Teich, Bachlauf),

- Recycling-Baustoffe,

- Totholzhaufen,

- Dachbegrünung,

- Fassadenbegrünung,

- Trockenstandorte (Sand-/Kiesfläche, Trocken-/Halbtrockenrasen),

- Feuchtstandorte (Feuchtwiese, Sumpfgraben),

- Heimische Tierwelt (Vögel, Schmetterlinge, Spinnen und Insekten).

- Elemente im

Ruhebereich: Bänke, Tische, Hütten, Baumhaus, Höhle, Weidentippi.

Naturbereich: Teich, Bachlauf, Pflanzen, Wiesen, Hügel, Schulgarten, Trockenstandorte.

Spielbereich: Klettergerüst, Kriechtunnel, Schaukel, Torwand, Rutsche etc.

- Die Kreativität fördern: Kiesflächen, Sandkästen, Malwände, Freiluftwerkstatt.

 

Eine Raumgliederung in verschiedene Erlebnisräume ist zweckmäßig und hilft Unfälle und Störungen vermeiden. Die Unfallzahlen liegen übrigens bei Natur-Erlebnisschulhöfen erheblich niedriger als bei konventionell gestalteten Schulhöfen.

 

LBV: Susanne Schwab, Simone Schaller

 

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