Station Nr. 04 Altes Rathaus – Weißstörche und FassadenbegrünungDas Alte Rathaus inmitten der Weidener Altstadt ist bereits seit mehreren Jahrhunderten Standort eines Storchenhorstes. Relativ unbeeindruckt vom lebhaften Treiben auf dem Marktplatz ziehen die großen Vögel Jahr für Jahr auf dem Giebel ihre Brut auf. Ebenso zum festen Inventar der Altstadt gehört der wilde Wein am Alten Rathaus. Sein dichtes Sommerlaub verleiht dem alten Bau ein besonderes Flair und bietet vielen Lebewesen Lebensraum. Weißstorch Die gefiederten Sympathieträger gelten aufgrund ihres jahrelangen, besorgniserregenden Bestandsrückgangs und der daraufhin gestarteten erfolgreichen Hilfsmaßnahmen als Aushängeschild für den Naturschutz. Im Jahre 1984 wurde der Weißstorch zum Vogel des Jahres gewählt. Gleichzeitig wurde das bayrische Artenhilfsprogramm "zum Schutz und zur Bestandsförderung des Weißstorches in Bayern" ins Leben gerufen. Organisation und Umsetzung werden seitdem erfolgreich vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. im Auftrag und mit Unterstützung des Bayrischen Umweltministeriums übernommen. Es wurden Betreuer für jeden einzelnen Storchenhorst gefunden und bestellt, Einzelaktionen koordiniert und eine einheitliche Datenerfassung vereinbart. Förder- und Spendengelder sichern seitdem die Zukunft des Weißstorches. Das Geld wird hauptsächlich zum Ankauf und zur Optimierung von Naturflächen verwendet, beispielsweise der Anlage von Tümpeln und Grabenaufweitungen oder der Wiedervernässung und Freihaltung von Auenbereichen. Auch in Weiden wurden als Ausgleich für den Verlust der horstnahen Futterflächen südlich der Altstadt naturnahe Nahrungsbiotope im Landschaftsschutzgebiet Waldnaabniederung angelegt. Diese Feuchtflächen werden regelmäßig gemäht und gepflegt und sowohl von den Weidener als auch von den Neustädter Störchen besucht. Auf Anregung von LBV und Naturschutzbehörde wurden die Strommasten in der Waldnaabaue durch Aufsitzstangen und die Leitungen durch Wimpel gesichert. Zusätzlich wird das Nest auf dem Rathaus, wenn nötig, ausgebessert und Nistmaterial bereit gestellt. Diese Maßnahmen können jedoch immer nur begleitend zu grundsätzlichen Entscheidungen von Planung und Entwicklung das langfristige Überleben der Weißstörche sichern. Und hierzu gehören ebenso die Wiederherstellung und die schonende landwirtschaftliche Nutzung extensiver Auenbereiche, als auch die Vermeidung weiterer Straßen- oder Siedlungsbauprojekte in den Storchenlebensräumen. LBV: Susanne Krapf Weitere Auskunft erteilt: Fassadenbegrünung Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata) rankt sich an drei Seiten des Alten Rathauses bis über den ersten Stock hinauf. Mit kleinen „Saugfüßchen“, den sogenannten Haftscheiben, die eine Art biologischen Klebstoff absondern, klammern sich die Triebe an winzige Mulden und Fugen im Putz und bedecken so Jahr um Jahr ein weiteres Stück der Fassade. In regelmäßigen Abständen werden die Klimmer daher durch die Stadtgärtnerei gestutzt, um ihr Werk anschließend von Neuem zu beginnen. Das dichte Laub bietet im Sommer den unterschiedlichsten Tieren Schutz und Heimstatt: Amsel und Hausrotschwanz verstecken hier ihre Nester, eine Vielzahl von Insekten und Spinnen finden ihr Auskommen, die wiederum Meisen oder den im Gebälk wohnenden Fledermäusen als Nahrung dienen. Insbesondere in den stark verdichteten Innenstädten kommt Fassaden- oder auch Dachbewuchs ein immer größeres Maß an Bedeutung zu. Sie bieten eine Möglichkeit der Durchgrünung selbst auf engstem Raum, da Flächen genutzt werden, die ohnehin nicht bebaut werden können. Dabei beleben und strukturieren die Kletterpflanzen leblose Fassaden und sorgen für ein ausgeglichenes Mikroklima: Sie schützen die Wände vor zu intensiver Sonneneinstrahlung (Kühlung), vor Vernässung durch direkten Schlagregen oder vor Frosteinwirkung im Winter (Isolation). Das grüne Laub „schluckt“ Kohlendioxid, liefert durch Photosynthese Sauerstoff und filtert Staub aus der Stadtluft. Die Befürchtung, die Kletterpflanzen könnten das Mauerwerk schädigen, ist in den meisten Fällen unbegründet. Im Gegenteil, der grüne Pelz schützt vor extremen Witterungseinflüssen, und er erneuert sich bei minimaler Pflege auch regelmäßig. Nur an rissigen alten Hauswänden, Fachwerkhäusern o. ä. sollte besser auf Selbstkletterer, wie Wein oder Efeu, verzichtet werden. Die Haftwurzeln können in die Risse eindringen und Teile aus der Fassade lösen. Bei brüchigem Putz muß jedoch nicht auf die Begrünung verzichtet werden: Mittels Kletterhilfen kann anderen Pflanzen wie Kletterrosen, Blauregen oder Clematis der Weg bereitet werden. Als Rankhilfen eignen sich Schnüre, Drähte und Spaliere aus Holz oder Metall. Kletterpflanzen
Tipps zur Auswahl mehrjähriger Kletterpflanzen mit unterschiedlichen Standortansprüchen:
Weitere Tipps
LBV: Susanne Krapf, Simone Schaller |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Top |
Suche |
E-Mail-Zugang |
Impressum |
Stadt Weiden i.d.OPf. |
Links
© Stadt Weiden in der Oberpfalz. Alle Rechte vorbehalten.. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||