Station Nr. 01 Neues RathausSeit es Städte und Gemeinden gibt, ist das Rathaus wichtiger und zentraler Anlaufpunkt für die vielfältigen Angelegenheiten der Bürgerinnen und Bürger. Im Neuen Rathaus der Stadt an der Dr.-Pfleger-Straße finden sich fast alle Ämter und Dienststellen der Stadtverwaltung unter einem Dach. In den Sitzungssälen im ersten Obergeschoss tagt in regelmäßigen Abständen der Stadtrat und bestimmt maßgeblich die Richtung der weiteren Stadtentwicklung. Das Rathaus wurde 1980 bezogen und steht am Rande der ehemaligen Naabwiesen, die über Jahrhunderte den Süden und den Osten der Stadt begrenzten.
Die Stadt der Zukunft kommt nicht als ein vorbestimmtes Geschick über uns, sondern wird von uns selbst zu gestalten und damit auch zu verantworten sein. Gerd Albers Bis zur Mitte der 1970er Jahre hatte man von hier aus einen ungestörten Blick auf die mittelalterlichen Befestigungsanlagen und Häuser, die hochwasserfrei auf den Niederterrassen der Waldnaab erbaut wurden. Die umliegenden, extensiv genutzten Naabwiesen zeichneten sich durch hohe Grundwasserstände aus. Sie wurden regelmäßig durch die Frühjahrshochwässer überschwemmt und dienten den auf dem alten Rathaus residierenden und bereits 1576 urkundlich benannten Weißstörchen als horstnahe Futtergründe. Zwischen 1920 und 1955 wuchs die Stadt von 20 000 auf 40 000 Einwohner an. Durch die rasante Entwicklung auch auf dem wirtschaftlichen Sektor wurde der Druck auf die zentrumsnahen Wiesen immer größer. Nur wenige Schritte südlich des Oberen Tors und östlich der Bahnhofstraße gelegen, wurden sie als optimale Ergänzung der mittelalterlichen Altstadt zwischen den beiden Toren und der nördlich anschließenden gründerzeitlichen Innenstadt gesehen. Dem ersten Bau der Realschule folgten raschweitere Einrichtungen wie der Großparkplatz, das erwähnte Neue Rathaus und das Naabwiesen-Parkhaus. Von Süden wurde das neue Stadtgebiet über die Süd-Ost-Tangente erschlossen. So entstand innerhalb von zwei Jahrzehnten der moderne Teil des Stadtzentrums von Weiden. In den Jahren der Bauzeit blieben die Altstadt-Störche aus, seit den 90ern brütet wieder regelmäßig ein Paar auf dem Horst über der Altstadt. Nahrung finden sie in den unbebauten Bereichen der Naabniederung, die seit 1970 unter Landschaftsschutz stehen. Parallel zur baulichen Entwicklung wurden die bestehenden Grünbereiche des Max-Reger-Parks entlang des Stadtmühlbachs und entlang des Flutkanals ausgeweitet. Diese Parkanlagen bilden mit ihren Spielflächen und Ruhezonen und einem hohen Grad an Durchgrünung gleichsam den urbanen Teil des überregionalen Grünzugs der Waldnaabniederung. Ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen gleichberechtigt miteinander zu verknüpfen, wurde 1992 als globales Ziel der sogenannten Agenda 21 formuliert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben sich Staatsoberhäupter aus über 170 Nationen auf ein Aktionsprogramm für Umwelt und Entwicklung verständigt. Die Ressourcen der Erde sollten demnach künftig nur noch so behutsam bewirtschaftet werden, daß sie auch noch den künftigen Generationen Freiraum und Gestaltungsmöglichkeit bieten. Der Stadtrat von Weiden i. d. OPf. hat 1997 mit der Unterzeichnung der „Charta von Aalborg“ beschlossen, die Stadtentwicklung nach den Zielen der Agenda 21 zu betreiben. |
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